ROMAN GREGORY

Er ist ein Wiener Original und ein Urgestein der Szene. 
Seit genau 33 Jahren steht der Mastermind der Kultband Alkbottle auf der Bühne und bekam dafür goldene Schallplatten, jede Menge Fanpost und vor zehn Jahren sogar den Hard & Heavy Amadeus Austrian Music Award. 

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Er kann aber auch Moderator, Kabarettist und Schauspieler, wie er immer wieder gern und gut unter Beweis stellt. Doch nun schlägt der ehemalige Jugendboxmeister und Ex-Fußballclubpräsident ein neues Kapitel auf und bringt mit einer satten dreijährigen, pandemiebedingten Verspätung endlich seine lang erwartete „Wödscheibm“ in die Umlaufbahn (VÖ 28. April 2023). Zum ersten Mal in seiner Karriere zeichnet sich der von Meidling emigrierte Floridsdorfer und passionierte Freizeitgärtner nicht nur durch seinen brillanten Wortwitz aus, sondern zeigt mit diesem Album auch erstmals seine kompositorischen und zeichnerischen Fähigkeiten. Alle Songs, das gesamte Artwork aus einer, aus seiner Hand.

Tatsächlich scheint sich der 52jährige mit diesem Album nun gefunden zu haben. Geradlinig, bissig und messerscharf. 


Live wird das neue Programm natürlich mit den hellsten Sternen seines bisherigen Schaffens und garniert und dabei von den „Wödstars“, seinem ehemaligen Alkbottle-Kollegen Didi Baumgartner an der Gitarre, Thomas Mora (G. Danzer) am Bass und Alex Schuster (P. Cornelius, W. Ambros) am Schlagzeug in die Atmosphäre getragen, die sich auch für die Entstehung der „Wödscheibm“ verantwortlich zeichnen, an der sich aber auch unter anderen Thomas Rabitsch (Falco) am E-Piano und Birgit Denk gesanglich munter beteiligten.

Alles in allem eine runde Sache, halt nur keine Kugel. Ready for boarding, welcome to the “Wödscheibm”.

Mit seinem eigenen originären Stil zielt er direkt auf Hörer:innen, die deutschsprachigen Rock mit einer Extraportion Wiener Schmäh schätzen, der aber durchaus auch Blueselemente und Spuren von Austropop enthalten kann. Ohne Wödschmerz, versteht sich. 


Dabei nimmt er sich in bekannt humorvoller Manier brandaktuellen Themen, wie dem Klimawandel („Owe vom Gas“), der Querdenkerszene („I kenn mi aus“), dem Wertstoffkreislauf („Mei klana Bastlerhit“), Gewalt in der Familie („Brachoidasrauch“) oder der Kritik an Elitengesellschaften („Leit sa deppat“) an, kommt dabei aber ganz ohne erhobenen Zeigefinger aus. Denn auch mit Selbstironie („Schau ma amoi“, „Inzwischen Fischen“, „Trafik“, „Sunntog Nochmittog“) wird bei Roman schon aus Tradition nicht gegeizt, wobei doch stets eine positive Grundhaltung („Mei Raket’n“, „A leiwande Zeit“, „Weida geht’s“) hochgehalten wird. 

Mit der „Wödscheibm“ schafft es Gregory sein alkoholgeschwängertes Image hinter sich zu lassen, ohne es gänzlich zu verleugnen. Es gibt genug Querverbindungen zur Vergangenheit, doch es gibt nun Wichtigeres, Dringenderes was es zu besingen gibt. Wir nähern uns dem Kipppunkt und damit ist nicht der Moment gemeint, an dem man das Schnapsglas ansetzt. 

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